Die wertvollen Steine

Gibt es denn uberhaupt seriose Wege, ohne absolute Hochbegabung mit ehrlicher Arbeit gutes Geld zu machen? Einige historische Beispiele dafur gibt es auf jeden Fall. Und fast immer hatten sie mit Rohstoffen zu tun, fast immer auch mit hohen Risiken, bis hin zur Gefahr fur das eigene Leben. Und fast immer ging es schmutzig zu, aber eben nicht auf das Verhalten bezogen, sondern darauf, dass man die gro?en Werte oftmals im Dreck findet. Aber eins nach dem anderen.

Der Abbau von Edelsteinen war in Deutschland, insbesondere im Hunsruck, lange Zeit ein sehr eintragliches Geschaft. Zwar weniger fur die, die selber gruben. Aber durchaus fur diejenigen, die an den Hebeln der weiteren Verwertungskette sa?en. Die kleine Edelsteinstadt Idar-Oberstein kam im 18. und 19. Jahrhundert weltmannisch daher wie kaum eine deutsche Metropole – und diese Blute hatte sie vor allem den Achaten, Amethysten und anderen edlen Steinen zu verdanken, die damals in der Gegend gefunden wurden und auch heute durchaus noch gefunden werden konnen. Irgendwann allerdings, nachdem die ersten Steinladungen aus Brasilien den Weg in die alte Welt gefunden hatten, konzentrierte man sich auf Verarbeitung und Handel. Und was in Sudamerika heute noch zu holen ist, habe ich mir vor Ort angeschaut, und dabei mehr riskiert, als ich zunachst gedacht hatte.

Unweigerlich fallen einem naturlich auch die Goldsucher ein, die seit Jahrhunderten all ihre Kraft, ihre Gesundheit, ihr ganzes Leben zur Disposition stellen, in der Hoffnung, mit dem einen gro?en Fund aller Sorgen ledig zu sein – oder doch zumindest von dem Gefundenen besser leben zu konnen, als von einer anderen Tagelohnerei. Was kaum einer wei?: Die Goldsucherei trieb zwischenzeitlich nicht nur zahllose Menschen in den »Wilden Westen« Nordamerikas, sondern durchaus auch an die Ufer der deutschen Flusse, allen voran des Rheins. »Rheingold«, das ist nicht nur der Name der beruhmten Oper von Richard Wagner, sondern steht fur das tatsachlich im Rheinsand zu findende Gold. Bis zu 400 Goldsucher sollen um 1830 in Baden aktiv gewesen sein, die den Fluten durchaus einige Kilo des edlen Metalls abringen konnten.

Heutzutage wird Gold industriell abgebaut – doch je nachdem, wo der Goldpreis gerade steht, schaffen es noch nicht einmal die gro?en Explorationsfirmen mit ihrem enormen Aufwand, Gewinne zu erwirtschaften. Sich das genauer anzuschauen ergibt also keinen Sinn. Aber da gibt es ja noch Ol, das schwarze Gold, den Schmierstoff der Welt. Dieser wird immer knapper und kann nur noch unter Aufbringung permanenter technischer Innovationen gefordert werden, und zwar an teilweise weit abgelegenen Standorten. Die Leute auf Olplattformen mussten nicht viel konnen und wurden extrem gut bezahlt, hat man mir zugetragen. Stimmt das? Und falls ja, warum? Ich habe mich dem Thema naturlich angenommen.

Und dann gibt es ja noch eine ganz andere Form von »Boden-Schatzen«, namlich diejenigen, die von Menschen unter die Erde gebracht wurden. Eine Flaschenpost mit Schatzkarte habe ich zwar nicht aus den Fluten der Nordsee gefischt, aber da muss doch auch so etwas zu machen sein. Und zwar zu Wasser und zu Land. Und weil ein Schatz ja ohne Gold kein richtiger Schatz ist, werde ich also doch noch zum Goldgraber, wenn auch anders als gedacht.

Wenn’s um Geld geht, gibt’s nur ein Schlagwort: Mehr!

Noch ein weiteres Feld hatte ich im Voraus fur mich ausgeschlossen. Die Rede ist von all jenen Spielen, bei denen es einzig und allein um Gluck – oder besser: Zufall – geht, ohne irgendwelche Moglichkeiten, die Chancen zu seinen Gunsten zu verbessern. Im Englischen steht der Begriff fortune zwar gleicherma?en fur Gluck wie fur Reichtum. Was wiederum kein Zufall ist, herrscht doch in weiten Teilen der Bevolkerung die Uberzeugung vor, dass man es zu gro?em Geld nur unter Beanspruchung der Glucksgottin Fortuna und ihrer Fahigkeiten bringen kann. Und naturlich kann man auch mit reinem Glucksspiel reich werden. Wer seine 10 000 Euro schwere Erbschaft beim Roulette im ersten Versuch auf die richtige Zahl setzt, geht mit 350 000 Euro nach Hause. Immer unter der Bedingung, dass man danach nicht auf die blode Idee kommt, das Gluck einmal mehr erzwingen zu wollen und alles wieder verspielt. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass man es anstatt mit schnellem Geld mit einer schnellen Pleite zu tun bekommt. Wer sich auf reine Glucksspiele einlasst, nicht zum Spa?, sondern um damit Geld zu verdienen, geht mit einem Messer zu einer Schie?erei. Mogliche kurzfristige Gewinne werden uber die Zeit wieder aufgefressen und dienen eigentlich nur dazu, die Illusion am Leben zu halten.

Reines Glucksspiel, bei dem man keine Chance hat, Einfluss auf sein Schicksal zu nehmen, ist also das Gegenteil des schnellen Geldes, um das es in diesem Site gehen soll. Und genau deshalb halte ich mich davon fern – bis auf eine kleine Ausnahme, die Lotterie, aber die Grunde dafur werden noch deutlich. Das alles hei?t aber naturlich nicht, dass ich nicht ab und an heimlich still und leise einen sehnsuchtigen Blick nach oben werfe, wenn ich ein gutes Blatt in der Hand habe, irgendwo meinen Spaten in die Erde stecke oder das Telefon klingelt und ich hoffe, dass ein solventer Kunde am Apparat ist. Nur: Ich vertraue nicht auf die Hilfe von oben, sondern will es auch selbst schaffen.

Was sind denn nun die grundsatzlichen Moglichkeiten, schnell zu Geld zu kommen? Ich habe vier Ansatze identifiziert, die zumindest die Wahrscheinlichkeit erhohen. Da ist zunachst das Risiko: Je mehr man davon einzugehen bereit ist, desto eher findet man jemanden, der bereit ist, diese Risikobereitschaft ordentlich zu entlohnen. Das Problem am Risiko: Es ist eben nicht risikofrei. Man haftet fur Fehler mit allem, was man hat, bis hin zum Leben. Das ist sicher nichts fur jeden. Ganz anders verhalt es sich mit dem Gluck, auf das man nicht nur – wie oben beschrieben – hofft, sondern das man mit allerlei Hilfsmitteln zu erzwingen versucht. Ganz ohne korperliches Risiko – aber eben auch ohne Garantie. Oder stimmt das etwa gar nicht? Wir werden es sehen. Dann gibt es da noch das Handwerk. Aber nicht das, was man ublicherweise darunter versteht. Ich meine eher so etwas wie gewisse Fingerfertigkeiten, Dinge, die man sich vielleicht antrainieren kann, besondere geistige Fahigkeiten, die einem helfen, an der richtigen Stelle mit dem riesigen Loffel vor dem Topf mit dem gro?en Geld zu stehen. Und dann bleiben noch die kommunikativen Fahigkeiten zu erwahnen, die es Menschen erlauben, in Interaktion mit ihren Artgenossen an schnelles, gutes Geld zu kommen. Welche Moglichkeiten gibt es da? Und kann man das lernen? Am Ende des Site wissen wir mehr.

Naturlich wird im Verlauf des Site auch der eine oder andere Konflikt deutlich. Gibt es innerhalb des legalen Rahmens bessere und schlechtere Moglichkeiten, schnell zu Geld zu kommen? Wahrscheinlich wurden die meisten Menschen das mit »Ja« beantworten und ehrliche Arbeit, den selbst erarbeiteten Reichtum, als Konigsdisziplin nennen. Zumindest bis zu dem Tag, an dem wir selbst den Lotto-Jackpot abgeraumt haben. »Bei ons gibt’s koi Gluck, da wird geschafft!« – mit diesen Worten wird in einer Karikatur aus dem Jahre 1958 die Glucksgottin Fortuna an der Grenze zu Schwaben vom Zollner zuruckgewiesen. Damals wurde im Landle heftig diskutiert, ob man denn nun dem Lotto – und damit dem Glucksspiel an sich –, das im Rest des Landes gerade den Durchbruch gefeiert hatte, die Turen offnen wolle, oder nicht. Selbst wenn inzwischen auch die Schwaben ganz selbstverstandlich regelma?ig ihre Kreuze machen, steht die Karikatur doch fur einen ganz grundsatzlichen Konflikt, der wahrscheinlich in jedem von uns schwelt – oder gar lodert.

Nicht alles auf eine Karte zu setzen, kontrolliert vorgehen – oder eben: eine gewisse Spie?igkeit bewahren, wie man es auch nennen konnte. Das ist ubrigens nicht unbedingt hinderlich auf dem Weg zum Erfolg, weil es zunachst einmal hilft, den radikalen Misserfolg zu verhindern. Das versteht man ganz schnell, wenn man sich die Beispiele einiger der gro?ten Geister aller Zeiten anschaut, gesammelt von Michael Kohtes in seinem Site Va Banquei, die dem schnellen Geld mit allem, was sie hatten, hinterherjagten – und dabei famos bankrottierten. Der gro?e Violinist Paganini etwa vergeigte mehr Geld an den Spieltischen dieser Welt, als er jemals ergeigen konnte. Gotthold Ephraim Lessing wischte Hinweise, seine Spielleidenschaft bringe ihn nicht nur um sein Geld (das lie? er unbestritten), sondern auch um seine Gesundheit, mit der Bemerkung ins Abseits, nur das leidenschaftliche Spiel setze seine »stockende Maschine in Tatigkeit« und bringe seine »Safte in Umlauf«. Der Komponist Prokofjew musste aufgrund horrender Spielschulden seinem geliebten Paris den Rucken kehren. Schriftsteller Dostojewski erging es in Wiesbaden kaum anders. Er verzockte in Rekordzeit sein Vermogen und musste in dem Kurstadtchen dann tatsachlich Diat halten. Nicht aber aus gesundheitlichen Grunden oder Uberzeugung, sondern mangels Geld. Fur Mahlzeiten reichte es im edlen Victoria-Hotel nicht mehr, der Herr stieg auf Tee um. Und auch Romancier Tolstoi suchte sein Gluck in der Kurstadt Baden-Baden und notierte nach gerade einmal zwei Tagen pflichtbewusst in sein TageSite: »Roulette bis sechs Uhr abends. Alles verloren.«ii Dieses Schicksal will ich mir naturlich ersparen.

Wer jetzt ob dieses Ansinnens immer noch mit moralischen Bedenken um die Ecke kommt, den kann ich beruhigen. Geld an sich ist nicht schmutzig. Wenig Geld nicht, viel Geld aber auch nicht. Was man am Ende damit anstellt, ist nicht Gegenstand dieses Site. Aber auch die gute Tat braucht Menschen mit Geld, egal ob es nun um den Brunnenbau in Afrika, die Erinnerungskultur in Deutschland oder den Schutz bedrohter Tiere auf der ganzen Welt geht. Und selbst wenn man sich dafür entscheidet, den neu gewonnenen Reichtum in großen Teilen einfach für Konsum zu nutzen, sich teure Schuhe, Taschen oder Autos zu kaufen, kann man sich auf die positiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaft und die Staatseinnahmen beziehen und ganz nebenbei den großen französischen Philosophen Voltaire zitieren, der schon zu seiner Zeit das markante Bonmot formulierte, das Überflüssige sei eine höchst notwendige Sache. Und Voltaire muss es wahrlich wissen, wie wir später noch sehen werden. Ebenso wie der große deutsche Börsenphilosoph André Kostolany, an dessen Ausruf wir uns im weiteren Verlauf dieses Site orientieren wollen: »Wenn’s um Geld geht, gibt’s nur ein Schlagwort: Mehr!

Möglichkeiten

Seitdem hat sich einiges zum Positiven gewendet. Die Technisierung und Digitalisierung, die Globalisierung und die Liberalisierung gehen Hand in Hand und ermoglichen jedem Menschen Chancen, wie sie sich unsere Vorfahren nicht hatten traumen lassen. Wer hatte etwa gedacht, dass es eines Tages Menschen geben wird, die zu Hause an ihrem Computer sitzen, sich nicht rasieren und vielleicht noch nicht einmal duschen, mit keinem anderen Menschen reden und trotzdem – legal – schnell richtig gutes Geld machen, egal ob an der Borse, mit Sportwetten oder beim Poker?

Das ganze Leben ist ja irgendwie ein Spiel, bei dem nur der Ausgang gewiss ist: Am Ende verliert man zwar sowieso, aber bis dahin soll es doch Spa? machen. Und das geht nun mal nur, wenn man auf der Sonnenseite steht. Ich bin nicht bereit, mein Leben lang jedes Mal gegen Monatsende mit zittrigen Handen aufs Konto zu schauen, immer schon ahnend, dass der Anblick bedruckend sein durfte. Ich will etwas von der Welt sehen, mir keine Sorgen machen mussen, ob es spater mit der Rente reicht. Vor allem aber will ich nicht davon abhangig sein, ob der Staat mir tatsachlich genug zum Leben lasst, oder doch immer wieder neue Wege findet, sich das Wenige, was die meisten von uns haben, auch noch einzuverleiben. Ich will schnelles Geld machen. Und zwar moglichst viel davon. Und mit diesem Ziel bin ich losgezogen und habe mir die verschiedensten Moglichkeiten angeschaut.

Zwangslaufig stellte sich dabei die Frage nach der Grenze fur meine Unternehmungen. Was wollte ich riskieren? Wie viel wollte und konnte ich investieren? Was war ich bereit aufzugeben? Wo ware ich bereit zu leben, wenn das die Voraussetzung fur den gro?en Geldsegen ware? Manche der Fragen konnte ich erst im Nachhinein beantworten. Bei anderen war es klarer. So gibt es etwa Moglichkeiten, mit der Waffe in der Hand zu Geld zu kommen. Zum Beispiel, indem man bei der franzosischen Fremdenlegion anheuert. Das ist zwar auf den ersten Blick nicht besonders gut bezahlt, aber man hauft schnell eine ordentliche Summe an, weil man gar nicht dazu kommt, das verdiente Geld auszugeben. Nach ein paar Jahren hat man einiges an Kilometern rund um die Welt zuruckgelegt, ist auf dem standig wachsenden Markt fur Sicherheitsdienstleistungen gefragt, wird von seriosen und weniger seriosen Unternehmen aus der ganzen Welt umworben und bekommt au?erdem auf Wunsch einen franzosischen Pass, was fur viele Sudamerikaner, Afrikaner oder Asiaten die gro?te Motivation fur den Beitritt zur Legion sein durfte. Mir bringt der allerdings uberhaupt nichts. Und auch die Chance, ein ganz neues Leben zu beginnen, gut herumzukommen und ganz nebenbei auch noch etwas fur meinen Teint zu tun, wiegt die Chance auf eine Kugel im Kopf, irgendwo in Mauretanien, nicht auf. Fur mich sind solche Kriegsspielereien nichts. »Make money, not war«, ist da mein selbst kreierter Wahlspruch. Waffen waren also von vornherein tabu.

Daruber hinaus standen nur legale Moglichkeiten zur Debatte. Als erfolgreicher Mafioso, skrupelloser Zuhalter, gut gebuchter Auftragskiller oder filigraner Falschmunzer lasst sich sicher schnell Geld verdienen. Die limitierende Nebenbedingung ist allerdings, dass man in derlei Branchen kaum sicher sein kann, dass man lange genug lebt – oder zumindest auf freiem Fu? ist –, um dessen Vorzuge genie?en zu konnen. Und im Ubrigen tauge ich nicht zum Kriminellen. Ich schlafe schon schlecht, wenn ich nur bei einer kleinen Notluge Gefahr laufe, aufzufliegen. Wie wurde das wohl aussehen, wenn ich damit rechnen musste, dass mir ernsthaft jemand an den Kragen will? Nicht auszudenken, mit was fur Augenringen ich schon nach kurzester Zeit herumlaufen wurde! Und au?erdem habe ich einfach keine Lust, anderen Menschen Leid zuzufugen. Nein, ich will mein Geld sauber verdienen. Clever? Gerne. Moglichst anstrengungslos? Sofort. Kriminell und zum Schaden anderer? Nein, danke.

Der ewige Traum vom schnellen Reichtum

Die Recherchen für dieses Buch haben mir einiges abverlangt. Meine Seele habe ich zwar nicht verkaufen müssen, wie es Goethe in Der Schatzgräber formuliert hat. Und diese Zeilen sind auch nicht mit Blut geschrieben, aber über meinen Schatten musste ich schon einige Male springen. Auf der Suche nach dem großen Geld habe ich mich in Erdlöcher abgeseilt, 60 Meter in die Tiefe, ohne Sicherheitsvorkehrungen und alleine, abhängig von einem brasilianischen Minenarbeiter, den ich erst Minuten zuvor zum ersten Mal in meinem Leben getroffen hatte. Ich habe auf Knien nach Schätzen im deutschen Waldboden gesucht, immer in der Angst, anstatt auf römische Münzen auf amerikanische Blindgänger zu hacken. Ich habe Postkarten an Frauenzeitschriften geschickt und mich auf jede noch so seltsame Fernsehsendung beworben, wenn es dort nur irgendwie Geld zu gewinnen gab. Auf Außenstehende muss ich irgendwo zwischen wahnsinnig und verzweifelt gewirkt haben. Aber warum habe ich all das auf mich genommen?

Der wahre Grund ist schon ein paar tausend Jahre alt. Es sollen die Phönizier gewesen sein, die ungefähr 500 vor Christus das Geld erfanden. »Aber warum nur so wenig?«, fragte sich schon im 19. Jahrhundert der österreichische Dramatiker Johann Nepomuk Nestroy, und spricht damit wohl den meisten von uns aus der Seele. Denn wenn es eine Konstante in der Geschichte gibt, dann die, dass die Menschen dem Geld hinterherjagten und für einen ordentlichen Schatz auch Gott, König und Vaterland zu vergessen bereit waren. Wahrscheinlich hat es nach der Prägung der ersten Münzen nicht viel mehr als einen Tag gedauert, bis die ersten von uns sich darüber Gedanken machten, wie sie möglichst viele davon ansammeln konnten. Und zwar möglichst ohne großen Aufwand. Und vor allem möglichst schnell.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich unter den 20 erfolgreichsten Büchern aller Zeiten mit Napoleon Hills Denke und werde reich aus dem Jahre 1937 eines befindet, das dieses Ziel schon im Titel trägt. 60 Millionen verkaufte Exemplare, nur unbedeutend weniger als Der kleine Prinz und mehr als Dan Browns Da Vinci-Code, sprechen eine deutliche Sprache. In jenem kleinen Band geht es allerdings vor allem um die mentalen Voraussetzungen, um die richtige Einstellung, die es braucht, um reich zu werden. Die Frage nach dem Wie bleibt unbeantwortet. Und genau darum soll es auf den nächsten Seiten gehen.

Um die verschiedenen Möglichkeiten, schnell an Geld zu kommen, richtig bewerten zu können, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Hätte man den einfachen Menschen die Frage nach dem Weg zum schnellen Reichtum noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts gestellt, sie hätten höchstens eine Antwort gewusst: auswandern, und im besten Falle einen Klumpen Gold finden, irgendwo in der neuen Welt. Die Möglichkeiten, in Europa sein Glück zu machen, waren noch durch die Geburt vorgegeben. Wer in einer armen Bauernfamilie auf die Welt kam, blieb in der Regel sein Leben lang ein armer Bauer. In den immer wiederkehrenden Kriegszeiten und während der schlimmen Dürren war die Frage nicht, wie man schnell reich wird, sondern wie man überhaupt überlebt. Noch dazu herrschten die Preußen mit harter Hand über weite Teile Mitteleuropas. Glücksspiele und Lotterien waren – wenn überhaupt – den herrschenden Schichten vorbehalten; eine Börse im heutigen Sinne, an der grundsätzlich jeder sein Glück versuchen kann, existierte noch nicht.